UPDATE: EUDR verschiebt sich
Im Anschluss an unseren letzten Newsletter zur möglichen Verschiebung der EUDR gibt es nun konkrete Beschlüsse aus Straßburg: Das komplette Update lesen Sie hier
Die Europäische Kommission erwägt, den Starttermin der europäischen Entwaldungsverordnung (EUDR) um weitere zwölf Monate zu verschieben – von Ende 2025 auf Ende 2026. Grund hierfür sind technische Herausforderungen beim geplanten IT-System, das für die Erfassung und Validierung der erforderlichen Daten zentral ist. Die erwartete Datenmenge fällt höher aus als ursprünglich angenommen, weshalb Umweltkommissarin Jessika Roswall einen Aufschub empfiehlt. Die finale Entscheidung liegt nun bei Parlament und Rat.
Was steckt hinter der EUDR?
Die European Deforestation Regulation soll Entwaldung und Walddegradation entlang globaler Lieferketten eindämmen. Unternehmen, die Produkte in der EU in Verkehr bringen, müssen künftig sicherstellen, dass die darin enthaltenen Rohstoffe oder Vorprodukte nicht aus entwaldeten oder gerodeten Gebieten stammen.
Zentrale Anforderungen sind:
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Sorgfaltspflichten: Bereitstellung von Informationen zu Herkunft, Produktions- und Umweltbedingungen.
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Nachweissystem: Nutzung eines EU-IT-Systems zur Erfassung und Validierung aller relevanten Daten.
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Risikobewertung: Prüfung der Lieferkette auf Entwaldungsrisiken, bei erhöhtem Risiko zusätzliche Maßnahmen.
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Durchsetzung und Sanktionen: Bei Verstößen drohen Sanktionen, Importverbote oder die Entsorgung der betroffenen Produkte.
Gerade mittelständische Unternehmen – insbesondere in Branchen mit komplexen Lieferketten wie der Verpackungsindustrie – stehen vor beträchtlichen technischen und organisatorischen Herausforderungen.
Warum eine Verschiebung sinnvoll erscheint
Die geplante Verschiebung wird von vielen Unternehmen als längst überfällig bewertet. Die umfassenden Nachweispflichten und die noch ungeklärten technischen Rahmenbedingungen sorgen für eine erhebliche Belastung, besonders bei kleinen und mittleren Betrieben. Ein späterer Starttermin würde zusätzlichen Spielraum für Vorbereitung und Umsetzung schaffen.
Aktueller Stand
Da die Entscheidung zur Verschiebung noch aussteht, besteht derzeit kein unmittelbarer Handlungsbedarf. Entwicklungen werden weiterhin genau beobachtet, und relevante Branchenvertreter informieren, sobald konkreter Handlungsbedarf entsteht.
Die ARCA verfolgt alle Entwicklungen aufmerksam und steht ihren Mitgliedern bei sämtlichen Anliegen verlässlich zur Seite.
